Münzkatalog: Deutschland

Münzen der Deutschen Demokratischen Republik

Zeitperiode: DDR 1945-1990


  Wappen der Deutschen Demokratischen Republik 1945-1990   Fahne der Deutschen Demokratischen Republik 1945-1990

Entstanden aus: 3. Reich 1933-1945
Aufgegangen in: BRD 1949-Heute

Nach dem 2. Weltkrieg entstand 1949 die Deutsche Demokratische Republik aus der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) unter Führung der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED), die sich zum Marxismus-Leninismus bekannte.
In der DDR wurden zwei Serien von Kursmünzen ausgegeben. Die erste Serie wurde ab 1958 geprägt und war bis zum 31.12.1970 gültig. Die zweite Serie wurde ab 1956 geprägt und war bis zur Wiedervereinigung Deutschlands gültig.





Die Münzen der Deutschen Demokratischen Republik - von der Deutschen Mark zur Mark der DDR

Durch die Wirren des Krieges und der nachträglichen Besatzungszeit lief die Einführung eigenen Geldes in der sowjetischen Besatzungszone sehr holprig. Zur Anfangszeit waren sogar noch die Münzen des Kaiserreichs gültiges Zahlungsmittel, welche in großen Mengen ihren Weg von West- nach Ostdeutschland fanden und vorübergehend eine heftige Inflation erzeugten. Es wurde schließlich entschieden, Scheine und Mark Stücke aus den Verkehr zu ziehen und nur noch den Umlauf der alten Pfennige zuzulassen. Später wurden diese dann völlig durch die neuen 1, 5, 10 und 50 Pfennig Stücke der Deutschen Notenbank ersetzt.
Ab 1964 änderte sich der Name der Währung in Mark der Deutschen Notenbank. Um Verwechslungen zu vermeiden fiel also das Wort "Deutsche" aus dem Begriff "Deutsche Mark" weg. 1968 erhielt die DDR-Währung schließlich ihre finale Bezeichnung Mark der Deutschen Demokratischen Republik, im Volksmund: Mark der DDR. Am 30. Juni 1990 endete letztlich die Ausgabe des DDR-Geldes und die Bürger der ehemaligen DDR konnten ihr Zahlungsmittel in die Deutsche Mark der Bundesrepublik umtauschen.

Die Münzen der DDR

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Münzprägestätten der Deutschen Demokratischen Republik

Die meisten Münzen der DDR wurden in dem volkseigenem Betrieb Münze Berlin geprägt. Das Konzept des "volkseigenen Betriebes" kam von der Sowjetunion und bedeutete in seiner letzten Konsequenz die Verstaatlichung des Betriebes, obwohl dieser nominell dem Volk gehörte. Das Münzstättenzeichen der Münze Berlin ist das A, jedoch tragen viele Münzen der DDR nicht dieses Zeichen. Das hängt damit zusammen, dass die Münze Berlin zeitweilig die einzige Prägestätte der DDR war und somit eine spezifische Lokalisation nicht erforderlich war. Neben der Münze Berlin prägte noch die Münzstätte Muldenhütten von 1948 bis 1953 DDR-Münzen. Hergestellt wurden hier ausschließlich Kleingeldmünzen aus Aluminium. Die Prägung von Messing, Silber und Goldmünzen fand nur in der Münze Berlin statt. Im Münzkatalog der DDR befindet sich hinsichtlich seiner Herkunft ein spezieller Ausreißer: Die 1 Pfennig Münze von 1968. Diese wurde im Münzhof Leningrad (dem heutigen Sankt Petersburg) geprägt, trägt aber dennoch das Münzstättenzeichen A.

Umlaufmünzen der Deutschen Demokratischen Republik

Dass die Umlaufmünzen der DDR weniger wert waren als ihre Pendants in der Bundesrepublik zeigte sich schon im verwendeten Material. Der Einsatz kostengünstigen Aluminiums sparte in der Produktion nicht nur Geld, sondern sorgte ebenso dafür, dass auch die Haptik der DDR Kursmünzen minderwertiger anmutete als beispielsweise die der Messing- und Kupfernickel-Legierungen der BRD. Dadurch sind die Umlaufmünzen der DDR (im Gegensatz zu den Gedenkmünzen des Landes) keine begehrten Sammlergegenstände und entsprechend preisgünstig in der Anschaffung. In der ersten Prägeserie von DDR Kursmünzen, die von 1948 bis 1950 währte, zierte die Bildseite der Kleingeldmünzen jeweils eine Ähre auf einem Zahnrad. Die 50 Pfennig Münze hingegen hatte mit ihrem Bronze-Ton nicht nur ein anderes Erscheinungsbild, sondern auch ein anderes Motiv auf der Rückseite. Hier waren betriebsame Industrieanlagen zu sehen. Von 1952 bis 1956 änderten sich die Bildseiten der 1, 5 und 10 Pfennig Münzen. Von nun an waren auf jeder Münze ein Hammer und ein Zirkel, umgeben von zwei Ähren, zu sehen. Ab 1960 wurden die Ähren letztlich in den späteren Designs weggelassen. Die Mark Stücke trugen in der Anfangszeit der DDR auf der Vorderseite noch den Titel Deutsche Mark, ab 1968 war nur noch das Wort Mark darauf zu lesen. Ab 1969 wurden zusätzlich zu den bisherigen Nennwerten auch 20 Pfennig Stücke geprägt. Diese bestanden statt aus Aluminium aus Messing und fühlten sich somit wertiger und den Münzen im Westen ähnlicher an. Die Abmessungen der Umlaufmünzen waren nach ihrem Nennwert gestaffelt, von 17 Millimetern beim 1 Pfennig Stück, bis zu 27 Millimetern beim 2 Mark Stück. Somit betrug das Gewicht der 1 Pfennig Stücke nur 0,75 Gramm, während das 2 Mark Stück drei Gramm wog. Zum Vergleich: der heutige Cent wiegt 2,3 Gramm und das heutige 2 Euro Stück 8,5 Gramm. Anhand dieser Diskrepanz erklärt sich auch der niedrige Sammlerwert von DDR Umlaufmünzen sowie deren gehässiger Spitzname: Aluchips. Für das Design nahezu aller Umlaufmünzen der DDR war der 1995 verstorbene dresdener Industriedesigner Rudi Högner verantwortlich. Eine Ausnahme bildet die 20 Pfennig Messing-Münze, die von Axel Bertram entworfen wurde. Dieser war übrigens auch für die meisten Gedenkmünzen der DDR verantwortlich.


Die Bedeutung der Münzmotive

Da die DDR unter sowjetischer Besatzung stand, war sie schließlich auch ein sozialistischer Staat mit dem Ziel des Kommunismus. Entsprechend dieser Maßgabe gestalteten sich auch die Motive der Umlauf- und Gedenkmünzen. Das Motiv mit Ähre, Zirkel und Hammer, welches nahezu alle Umlaufmünzen der DDR ziert, ist beispielsweise dasselbe wie auf dem Emblem des Fünfjahresplanes und steht für den "Arbeiter- und Bauernstaat" DDR, der sich produktiv und planmäßig darstellte. Auf den Gedenkmünzen sind hingegen sind hauptsächlich Geburtstage berühmter Wissenschaftler, Freiheitskämpfer, Sozialisten und Kommunisten abgebildet sowie bedeutende Bauwerke oder Institutionen wie das Postwesen oder die Nationale Volksarmee (NVA). Da die Sammlermünzen auch ins Ausland verkauft wurden, zeigte sich der sozialistische Staat über seine Münzen fortschrittlich, weltoffen und philanthropisch. So fanden sich bemerkenswert oft naturwissenschaftliche Pioniere wie Max Planck, Wilhelm Conrad Röntgen, Albert Einstein und viele mehr unter den Münzmotiven.

Gedenkmünzen der Deutschen Demokratischen Republik

Von 1966 bis 1990 ließ die Deutsche Demokratische Republik in der Münze Berlin zahlreiche Gedenkmünzen zu unterschiedlichen Nennwerten prägen. In der Regel bestanden die DDR Gedenkmünzen aus Silberlegierungen. Daneben wurden noch zu speziellen Anlässen zwei Goldmünzen ausgegeben. Die erste wurde anlässlich des 75. Geburtstages von Walter Ulbricht mit dem Motiv 150. Geburtstag von Karl Marx in 999er Gold geprägt. Die Münze war ein Unikat (Einzelanfertigung) und wurde nach ihrer Herstellung Walter Ulbricht übergeben und liegt heute sicher verwahrt im Deutschen Historischen Museum in Berlin. Die zweite Goldmünze der DDR hatte eine Auflage von gerade einmal 266 Stück und bestand aus 900er Gold. Ihr Motiv trägt den Titel 40. Jahrestag der Befreiung vom Faschismus. Sie fand als Ehrengeschenk für ausländische Gäste Verwendung. Ebenfalls etwas besonderes ist die 5 Mark Gedenkmünze vom 25. September 1969. Die Münze mit dem Namen 20 Jahre Deutsche Demokratische Republik ist nicht nur die auflagenstärkste Münze der DDR, sondern auch die einzige, die aufgrund ihrer Kupfernickel-Legierung eine bronzene Farbe hat. Mit 50 Millionen Exemplaren überstieg die Menge dieser Münze die Einwohnerzahl der DDR um ein Vielfaches. Wie die meisten Münzen in den 60er und 70er Jahren der DDR wurde auch diese vom Grafiker Axel Bertram entworfen. Die letzte Gedenkmünze, die in der DDR geprägt wurde, war die 20 Mark Münze anlässlich der Öffnung des Brandenburger Tores. Ihre Auflage betrug über 150.000 Stück im normalen Stempelglanz und weitere 12.100 Stück in polierter Platte. Ihr Reinheitsgehalt war mit 999,5er Silber der höchste, der bei DDR-Münzen Verwendung fand. Die Ausgabe erfolgte am 3. April 1990 (die eigentliche Öffnung des Brandenburger Tores war bereits am 22.12.1989). Alle Gedenkmünzen der DDR wurden im volkseigenem Betrieb Münze Berlin geprägt. Die Auflagen waren im Vergleich zu den Gedenkmünzen anderer Länder (insbesondere im Vergleich zur BRD) deutlich geringerer. Die DDR-Bürger konnten Sammlermünzen über Intershop-Läden sowie Auktionshäuser erwerben. Durch den Verkauf an Sammler ins Ausland wurden mithilfe der Münzen Devisen erwirtschaftet. Die Abmessungen der DDR Gedenkmünzen waren genormt. So betrug der Münzdurchmesser aller 5 Mark Gedenkmünzen 29 Millimeter, der aller 10 Mark Gedenkmünzen 31 Millimeter und der aller 20 Mark Gedenkmünzen der DDR 33 Millimeter. Durch die Verwendung unterschiedlicher Reinheitsgrade variieren die Gewichte der Münzen jedoch teilweise erheblich. So wog beispielsweise die 20 Mark Gedenkmünze zum 85. Geburtstag von Ernst Thälmann nur 16 Gramm, während es die zum 275. Todestag von Andreas Schlüter auf 20,9 Gramm bringt.


Münz Marken

MarkePrägeortPrägezeitraum
ABerlin1948-1990
ALeningradskij Monetnyj Dvor
(Münzhof Leningrad, nur die 1-Pfennig-Münze von 1968)
1968
EMuldenhütten1948-1953

Gebiet und Lage der Deutschen Demokratischen Republik

Karte Deutsche Demokratische Republik 1945-1990   Lage Deutsche Demokratische Republik 1945-1990  

Daten DDR

LandeshauptstadtBerlin
RegierungsformRealsozialistische Parteidiktatur
StaatsoberhauptPräsident der DDR
RegierungschefMinisterpräsident der DDR
Bestehen1945-1990
Fläche108.179 km²
Einwohner16,675 Millionen (1988)
Entstanden ausWeimarer Republik
Aufgegangen inBundesrepublik Deutschland

Währung

1 Mark war unterteilt in 100 Pfennig (Pf.).
  • Deutsche Mark DM der Deutschen Notenbank 24.7.1948 bis 31.7.1964
  • Mark MDN der Deutschen Notenbank 1.8.1964 bis 31.12.1967
  • Mark M der Deutschen Demokratischen Republik (auch Mark der DDR) 1.1.1968 bis 30.6.1990